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Anforderungen und Schlüsselqualifika-tionen


von Mira-Kristin Muth

Vorbereitung auf „die Zeit danach“


Spezialisierung und Zusatzqualifikationen – Schlüsselwörter für Studierende der sprach- und kulturwissenschaftlichen Fächer. Für einen gelungenen Einstieg in den ersten Job sind eine möglichst frühe Spezialisierung sowie zusätzlich erworbene Qualifikationen wesentlich.

Das kann beispielsweise mit Semi-naren erfolgen, die in anderen Fach-bereichen wie Recht und Wirtschaft belegt werden, mit privaten Weiter-bildungen in Psychologie und Rhetorik und einem Praktikum oder freier Mit-arbeit im angestrebten Berufsfeld. Mit Betriebswirtschaftslehre im Neben-fach oder einer anderen wirtschaft-lichen Weiterbildung werden die notwendigen Grundkenntnisse für
einen Einstieg in der Wirtschaft vermittelt.

Die viel zitierten praktischen Erfahrungen sind gerade für Geisteswissen-schaftlerinnen und -wissenschaftler essentiell. Zu beachten ist, dass es bei Praktika nicht auf die Menge und Diversität ankommt, sondern darauf, möglichst früh das eigene Ziel zu erkennen und sich dann darauf zu konzentrieren.

Anna-Maria Engelsdorfer empfiehlt, mindestens ein Jahr vor dem Abschluss mit der Zielfindung zu beginnen. Dazu gehört auch, sich Rat über potentielle Jobmöglichkeiten einzuholen. Die Beraterin für akademische Berufe ist der Ansicht, dass die Sprach- und Kulturwissenschaftlerinnen und -wissen-schaftler viel wüssten, jedoch oft sehr unsicher seien. Es fiele ihnen schwer, all ihre Informationen und Ideen mit konkreten Berufen in Ver-bindung zu bringen.

Je früher die Kandidatinnen und Kandidaten also selbst genaue Vorstellun-gen darüber haben, was sie später einmal tun möchten, umso schneller können Sie nach konkreten Möglichkeiten Ausschau halten.

Kompetenzen der Sprach- und Kulturwissenschaftler


Trotz der negativen Beurteilungen, die Geisteswissenschaftlerinnen und
-wissenschaftlern vielerorts entgegen schlagen, haben doch auch und gerade sie in vielen Unternehmen die Chance auf Karriere. Sie werden geschätzt für analytisches Denken, Verhandlungsgeschick und spezielle Marketingfähigkeiten, für Durchsetzungsvermögen und die Fähigkeit zum Bewerten. Sie können Themen und Dinge oftmals interessanter und auch anschaulicher beleuchten als die jeweiligen Fachexpertinnen und -experten.

Bei den persönlichen Kompetenzen sind Flexibilität und eine gute Allgemein-bildung gefragt. Sprachliches Ausdrucksvermögen und Kreativität gehören ebenso zu den erwarteten Stärken der Sprach- und Kulturwissenschaft-lerinnen und -wissenschaftler. Voraussetzung sind darüber hinaus soziale Fähigkeiten wie Kommunikations- und Teamfähigkeit, interkulturelle Kom-petenz sowie Einfühlungsvermögen und Kompromissfähigkeit.

Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern wird eine selbständige Arbeitsweise zugeschrieben und die Fähigkeit zur Übernahme von Ver-antwortung sowie zur Einstellung auf veränderte Umstände.

Dr. Wigan Salazar, Geschäftsführer der Public Consultants Deutschland GmbH hebt im Interview mit dem F.A.Z. Hochschulanzeiger positiv hervor, dass Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler darin geschult seien, Meinungen zu sortieren und verschiedene Ebenen von „Wahrheit“ zu ergründen und zu analysieren. Absolventinnen und Absolventen anderer Fächer hätten gerade mit dieser Vielschichtigkeit oft Probleme.

Zu den fachlich-methodischen Kompetenzen von Bewerberinnen und Be-werbern aus den Sprach- und Kulturwissenschaften sollten Sprachen und EDV-Kenntnisse ebenso wie Wissen in Recherche und Redaktion gehören.

Wofür bleibt noch Zeit im Bachelor?


Die genannten Fähigkeiten sollen Absolventinnen und Absolventen der Geisteswissenschaften während ihres Studiums erworben haben, das einerseits viele Freiräume lässt, andererseits genauso viel Eigeninitiative erfordert. Bis zur Einführung der Bachelorstudiengänge war es möglich, sich breit zu bilden. Durch Nachdenken und Diskutieren, das „Hineinschnuppern“ in andere Bereiche war es möglich, sich als Studierender geistig relativ flexibel, kritisch und offen zu entwickeln. Ohne festen Studienplan und ein vorgefertigtes Berufsbild wurden Eigenständigkeit und Flexibilität gefördert.

Durch die nach und nach erfolgende und voraussichtlich bis zum Jahr 2010 vollkommen durchgeführte Ersetzung der „herkömmlichen“ Abschlüsse durch Bachelor und Master aber verändert sich die Studiensituation für Sprach- und Kulturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Sie lernen verschulter, weniger selbständig und weniger frei. Ein engerer thematischer Fokus und weniger Wahlmöglichkeiten bei den Seminaren schränken sie ein.

Die genauen Auswirkungen der Umstellung von Magister auf das Bachelor-/Master-System werden wohl erst in Zukunft konkret zu benennen sein –dann, wenn das Gros der neuen Bachelorabsolventinnen und -absolventen auf den Markt drängt.


Doch wie gelingt nun ein erfolgreicher Einstieg ins Berufsleben. Erfahren Sie hier mehr dazu.