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Weltweit Arbeiten


von Mira-Kristin Muth

Auswärtiges Amt


Jährlich bietet das Auswärtige Amt knapp 40 Ausbildungsplätze zum Attaché. Bewerberinnen und Bewerber müssen ein kompliziertes Bewer-bungsverfahren durchlaufen, das zu den schwersten in Deutschland zählt. Einer Onlinebewerbung folgt eine schriftliche Prüfung mit Fragen zu Recht, Wirtschaft, Geschichte und Politik und zum Allgemeinwissen. Anschließend ist ein Aufsatz zu einem politischen Thema abzuleisten, ein Sprachkenntnis-test sowie der Test auf psychologische Eignung. 160 Bewerberinnen und Bewerber gelangen dann ins mündliche Verfahren, das sich aus einem Vor-stellungsgespräch, einem Kurzvortrag, Sprachprüfungen und Gruppen-übungen zusammensetzt.

Die Ausbildung umfasst 12 Monate Generalistenausbildung im Vorberei-tungsdienst an der Akademie Auswärtiger Dienst in Berlin. Kenntnisse in Politik, Geschichte, Recht und BWL werden vertieft und eine weitere Fremd-sprache wird erlernt. Es folgen zwei Monate im Ausland. Im Anschluss er-halten die jungen Ausgebildeten ihre erste feste Stelle, meist werden sie schon zuvor „verplant“ und wissen bereits genau, wo ihre erste Station nach der Abschlussprüfung sein wird. Weitere Informationen sind auf der Webseite www.auswaertiges-amt.de zu finden.

Europäische Union


Auch hier gibt es ein hartes Auswahlverfahren von bis zu einem Jahr Länge, die Bewerberinnen und Bewerber kommen aus der ganzen Europäischen Union. Einer Onlineanmeldung folgt der Vorauswahltest und eine schriftliche Prüfung im Heimatland. Die vollständige Bewerbung und mündliche Prüfung findet dann in Brüssel statt. Erfolgreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen auf die Eignungsliste. Aus dieser wählen EU-Institutionen geeig-nete Kandidatinnen und Kandidaten aus, es schließt sich ein erneutes Vorstellungsgespräch an.

Die Arbeitsstellen befinden sich in den Organen und Institutionen der EU in Straßburg und Brüssel. Geistes-wissenschaftlerinnen und -wissen-schaftler haben in der Regel gute Chancen, weil sie die geforderten Soft Skills wie interkulturelle Kom-petenz, sprachliches Ausdrucks-vermögen und Organisationstalent mitbringen.

Weitere Informationen zu internatio-
nalen Organisationen wie der EU gibt es auf der Homepage des Auswärtigen Amtes (www.auswaertiges-amt.de). Zudem finden Sie Datenbanken für die Stellensuche unter der Rubrik „Ausbildung und Karriere bei Internationalen Organisationen“. Die Broschüre des Europäischen Amts für Personalauswahl EPSO „Laufbahnen in den EU-Institutionen“ gibt es auf der Webseite europa.eu/epso unter dem Menüpunkt „Arbeiten bei den EU-Institutionen“ zum Downloaden. Hier bekommen Sie einen Einblick in Karrieremöglich-keiten sowie einen Überblick über das Auswahlverfahren.

Unter europa.eu.int/eures, dem so genannten europäischen Portal zur beruflichen Mobilität Eures, gibt es freie Stellen, Lebensläufe, Ausbildungs-angebote und Arbeitgeber. Auch www.ba-auslandsvermittlung.de, die Bundesagentur für Arbeit, hilft bei der internationalen Stellensuche.

UNO


Einsatzort bei der UNO sind die Vereinten Nationen in New York. Bewerbe-rinnen und Bewerber dürfen hier nicht älter als 32 Jahre sein. Derzeit blockiert das UN-Sekretariat Bewerbungen von Deutschen, da diese dort überrepräsentiert sind. Unter www.ba-auslandsvermittlung.de finden sich Angebote des Büros Führungskräfte zu Internationalen Organisationen (BFIO) des Auswärtigen Amts. Ausschreibungen für freie Stellen gibt es in den Stellendatenbanken des Auswärtigen Amts. Für offene, zeitlich be-fristete Stellen empfiehlt sich das Galaxy E-Staffing-System der UN unter jobs.un.org.

NGOs


„Non-Governmental Organizations“, Nichtregierungsorganisationen, suchen nicht explizit nach Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, be-schäftigen jedoch einer Studie des IW zufolge 81 Prozent. Hoch geschätzt sind hier interkulturelle Kompetenz und hohe Kommunikationsstärke. Für eine Arbeitsstelle bei der britischen Hilfsorganisation Oxfam in der Ge-schäftsstelle in Berlin sind die Hauptvoraussetzungen darüber hinaus hervorragende Englisch- sowie Deutschkenntnisse.

Auf der Tagesordnung steht hier Kampagnenarbeit zu Themen wie Handel, Bildung, Entwicklungshilfe oder Krisen und Konflikten. www.contipress.ch ist die Stellenbörse für Jobs bei internationalen NGOs. www.epojobs.de liefert weitere Stellenangebote in der Entwicklungspolitik sowie Hintergrundinfor-mationen. Eine Übersicht über sämtliche NGOs hält www.verbaende.com bereit.

Stellen in der Landespolitik


Eine weitere Jobmöglichkeit ist die Arbeit in einer Landeszentrale für politi-sche Bildung. Je nach Referatsbezug kümmern sich die hier Beschäftigten um Seminare zu Gender-Themen oder Zeitgeschichte, um Bildungsange-bote für Jugendliche oder Vortragsreihen von Autorinnen und Autoren gesell-schaftspolitischer Bücher. Die Seite der Bundeszentrale für politische Bildung (www.bpb.de) gibt Hinweise zu Veranstaltungsangeboten. Die hessische Landeszentrale für politische Bildung (www.hlz.hessen.de) bietet ausführliche Informationen der einzelnen Referate der jeweiligen Landes-zentralen. Stellenausschreibungen für den öffentlichen Dienst beinhaltet auch www.bund.de/jobboerse.


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