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BCG The Boston Consulting Group

Das Absolventenbarometer zeigt, dass Kollegialität ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber ist. Bitte beschreiben Sie, wie Kollegialität in Ihrem Unternehmen gelebt wird!

Unsere Beraterinnen und Berater kommen aus sehr unterschiedlichen Fachrichtungen und arbeiten in immer wieder neu zusammengesetzten Teams zusammen. Kollegialität heißt für uns daher ganz grundlegend eines: die Wertschätzung der Fähigkeiten des anderen. Ohne diesen gegenseitigen Respekt wäre keine erfolgreiche Projektarbeit möglich. Eine weitere Basis der Kollegialität bei BCG ist: Keiner weiß alles – daher ist es für jeden Mitarbeiter selbstverständlich, Wissen und Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig mit Informationen zu unterstützen. Kollegialität zeigt sich bei uns auch in einer Kultur, die zwar leistungsorientiert, in der eine Ellbogenmentalität aber verpönt ist. Konkret gefördert wird die Kollegialität durch gemeinsame Unternehmungen. Das hilft, einander auch persönlich näher kennenzulernen und eigene Netzwerke zu knüpfen.

Fallbeispiel: Ein neuer Mitarbeiter vergisst über die Begeisterung an einer neuen Aufgabe die Zeit und hält einen wichtigen Termin nicht ein. Wie reagieren Sie?

Solange dies eine Ausnahme bleibt, reagieren wir wie jeder andere vernünftige Vorgesetzte auch: Wir sehen das Missgeschick nach, machen aber unmissverständlich klar, dass es eine einmalige Angelegenheit bleiben sollte. Meistens sind die Betroffenen selbst aber ohnehin so zerknirscht, dass eine Mahnung gar nicht nötig ist.

Bis zum Jahr 2010 werden alle deutschen Studiengänge auf das zweistufige Bachelor-/Master-Studiensystem umgestellt. Welche Veränderungen ergeben sich dadurch in Ihrem Unternehmen?

Bachelor-Absolventen bieten wir ein attraktives Einstiegsmodell: Sie arbeiten zwei bis drei Jahre lang als „Junior Associate“ bei Kundenprojekten mit, anschließend absolvieren sie einen MBA oder einen anderen Master – bei herausragender Leistung sponsert BCG das Studium an einer renommierten Business-School. Bei ihrer Rückkehr schaffen sie dann direkt den Sprung auf die Karrierestufe des Consultant.

Worauf achten Sie in Bewerbungsgesprächen mit Absolventen?

Wir suchen Persönlichkeiten, die eine komplexe Sachlage schnell erfassen und das Wesentliche vom Unwesentlichen trennen können. Neben analy-tischen Fähigkeiten ist auch Kreativität eine wichtige Eigenschaft eines angehenden Strategieberaters. Doch die beste Idee hilft wenig, wenn man sie seinem Gegenüber nicht überzeugend vermitteln kann. Kommunikations-stärke ist daher unabdingbar. Dazu gehört für uns vor allem, dass jemand gut zuhören und kritisch nachfragen kann.

Jeder Bewerber hat seine Stärken und Schwächen – jedes Unternehmen auch. Wie geht Ihr Unternehmen mit seinen Schwächen um?

Wir raten unseren Kunden stets, sich laufend weiter zu verbessern – und natürlich haben wir diesen Anspruch auch an uns. Dadurch suchen wir regelmäßig den Austausch mit allen Mitarbeitern. Ein Beispiel dafür ist der sogenannte „Pulse Check“: Alle 14 Tage geben die Berater an, wie ihnen ihr aktueller Fall gefällt: ob sie ihren Aufgabenbereich spannend finden, der Projektleiter sie gut unterstützt und sie mit der Work-Life-Balance zufrieden sind. Auf diese Weise können wir sehr schnell auf Verbesserungsvorschläge eingehen.

Was ist das häufigste Vorurteil über Ihr Unternehmen? Stellen Sie es richtig!

Manche Absolventen haben die Befürchtung, ein Beraterjob würde ihnen aufgrund des Up-or-out-Prinzips keine langfristige Perspektive bieten. Natürlich erreichen nur diejenigen die nächste Karrierestufe, die sehr gute Leistungen erbringen. Aber wir helfen unseren Beratern durch Trainings und Mentoringprogramme, diese hohen Anforderungen zu erfüllen. Unser Bewertungssystem ist transparent, jeder weiß stets, wo er steht – es gibt also keine bösen Überraschungen. Zudem bietet die Industrie unseren Alumni äußerst attraktive Karrieremöglichkeiten: Viele sind heute wichtige Entscheidungsträger in internationalen Großkonzernen.

Wie unterstützt Ihr Unternehmen seine Mitarbeiter dabei, die oft konkurrierenden Ansprüche an Beruf und Privatleben miteinander in Einklang zu bringen?

Auf jeder Karrierestufe bieten wir unseren Beratern die Möglichkeit, eine mehrmonatige Auszeit zu nehmen, sei es, um zu reisen oder sich den Hobbys zu widmen, sei es, um sich intensiv um die Familie zu kümmern. Wer promovieren möchte, wird sogar für bis zu zwei Jahre von der Arbeit freigestellt. Außerdem haben unsere Berater flexible Arbeitszeiten, die sie sich größtenteils selbst einteilen können. Auch die Arbeit von zu Hause aus ist häufig möglich, denn Laptop, Handy, Internetanschluss und Blackberry gehören bei BCG selbstverständlich zur Grundausstattung.

Was sollten Bewerber sonst noch über Sie wissen?

Wir suchen im Jahr 2008 mindestens 230 neue Beraterinnen und Berater. Zudem bieten wir 130 „Visiting Associates“ die Möglichkeit, Strategie-beratung im Rahmen eines Praktikums kennenzulernen – und zwar vor Ort beim Kunden.